Oft gefragt ...

... und auch beantwortet. Manche Fragen werden uns immer wieder gestellt oder sind von grundsätzlichem Interesse. Wir haben diese Fragen und Antworten für Sie zusammengestellt:

Warum die Solidarität mit den anderen Stadteilen aufkündigen?

Wenn die in Wallau eingenommenen Steuern in Wallau verbleiben sollen, wo ist da die Solidarität mit den anderen Stadtteilen? Wem würde so ein Modell bei anderen Solidargemeinschaften nützen, bei dem jeder am Ende genau das zurückbekommt, was er selbst eingezahlt hat?

Nicht wir wollen plötzlich die Solidarität mit den anderen Stadtteilen aufkündigen, sondern die "Kreisstadt" Hofheim verweigert Wallau diese Solidarität seit vielen Jahren.

Solidarität ist keine Einbahnstraße sondern ein Bündnis auf Gegenseitigkeit. Da geht es nicht an, dass Wallau bei den Einzahlungen in den "gemeinsamen" Topf ganz oben steht, bei den Re-Invenstitionen in die Struktur aber plötzlich hinten runter fällt. Ein Unding - denn Solidarität braucht gerechte und transparente Regeln für die Verteilung der Lasten und Mittel.

Warum Pestige-Projekte in der Kernstadt statt Struktur-Erhalt in den Stadtteilen?

Es wirkt da mehr als nur zynisch, wenn die Hofheimer Seite fortwärend Wallau die Mittel zum Erhalt seiner Strukturen verweigert und gleichzeitig den Vorwurf erhebt, Wallau wäre unsolidarisch und neidisch.

Im übrigen hinkt ein Vergleich mit den Sozialversicherungen gewaltig - Wallau gibt ja nicht nur einen definierten Anteil seines Einkommens ab, es gibt alles ab, so dass ihm nichts bleibt. Offensichtlich nutzt dieses Modell nur dem, der über die eingezahlten Mittel verfügen kann.

Vielleicht hat der Konflikt um die Mittel ja darin seine Wurzeln, dass Wallau nicht oft und demütig genug um Hilfe gebeten hat? Weil Wallau weiß, dass es seine Strukturen mit einem Bruchteil seines Einkommens erhalten und entfalten könnte?

Die traurige Wahrheit ist, dass die "Kreisstadt" Hofheim kein vitales Interesse an den dezentralen Strukturen seiner Stadtteile hat. Diese wären den Investitionen in die zentralen Strukturen der Kernstadt abträglich. Und weil man die Stärkere ist, priorisiert man den "gemeinsamen" Topf nach Belieben.

Eine Solidargemeinschaft ist ein bisschen wie eine Ehe.

Sie funktioniert nur mit echter Partnerschaft und Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Sie wird zerstört, wenn der Stärkere den Schwächeren entmündigt und demütigt.  Die Folgen sind Streit und Stillstand.

Da kann es auch den Punkt geben, an dem es für beide Seiten besser ist, wieder eigener Wege zu gehen.

Warum wurde ein Betrag von 11,77 € festgesetzt?

An verschiedenen Stellen (Mitgliedsbeitrag, Unkostenbeitrag für Veranstaltungen) findet sich der seltsam "krumme" Betrag von 11,77 Euro. Was hat es damit auf sich?

Die 11,77 € sind eine Anspielung auf die per Gesetz verordnete Eingemeindung Wallaus am 1.1.1977. Es drückt aus, dass für uns nicht die absolute Höhe des Geldwerts, sondern der Symbolgehalt dieses Unterstützungs-Beitrags überwiegt.

Der geschichtliche Hintergrund des 1.1.1977

Das Ende der Wallauer Selbstständigkeit zu diesem Datum war auf Landesebene beschlossen, ohne dass die Wallauer dies verhindern konnten. Wallau sollte Wiesbaden einverleibt werden.

Damals schien die einzige Alternative ein einer Verbindung mit Hofheim zu bestehen. Die Wallauer hofften, dass sich Hofheim als Partner auf Augenhöhe erweisen werde, der die gewachsene Kultur und die wirtschaftliche Stärke Wallaus respektiert und weiter entwickelt.