Zu Ländcheshalle, Schulturnhalle, Sportplatz

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Position zu Ländcheshalle, Schulturnhalle und Sportplatz

Sichtweise aus unserem politischen Programm

In unserem politischen Programm haben wir folgende Position zu diesen Themen bezogen:

Wir halten ein selbständiges, aktiv und investiv betriebenes Engagement des Staates – vertreten durch die Gemeinde bzw. Stadt – für die Öffentlichen Güter und Allmendegüter Wallaus für selbstverständlich.

Öffentliche Güter:

Wir sind der Meinung, dass Einrichtungen wie beispielsweise die Ländcheshalle Allmende- oder zumindest Öffentliche Güter darstellen und daher nicht in die Hand eines privaten Eigentümers gehören. Die Gemeinde trägt für die gerechte Vergabe und die Instandhaltung Verantwortung, kann aber Nutzer selbstverständlich zur (auch symbolischen) Mithilfe verpflichten. Der Preis für die Nutzung darf nicht am freien Markt entstehen.
 

Zur Erläuterung unserer obigen Ausführungen beschreiben wir nachfolgend unser Verständnis der Begriffe "Öffentlichen Güter" und "Allmendegüter":

Das Wort »Allmendegüter« leitet sich vom alten deutschen Begriff Allmende ab, der einen gemeinsamen Grundbesitz eines Dorfes beschrieb, auf dem alle ihr Vieh weiden lassen durften. In der Folge fühlte sich oft keiner verantwortlich und diese Weiden waren als erste vollkommen abgegrast. Daher bezeichnet man alle Güter als Allmendegüter, bei denen kein Nutzer von der Nutzung ausgeschlossen werden darf (kann), bei denen es aber Konkurrenz um die Nutzung gibt. Typische Beispiele wären öffentliche Straßen, auf denen ein Stau herrscht.

Bei »Öffentlichen Gütern« handelt es sich um alles, bei dem – genau wie bei Allmendegütern – kein Nutzer ausgeschlossen werden kann (darf), bei denen die einzelnen Nutzer allerdings nicht um dieses Gut konkurrieren. Beispiele wären eine öffentliche Straße ohne Stau, aber auch die Landesverteidigung oder der Klimaschutz.

 

Was bedeutet unsere Sichtweise denn nun konkret?

Wir sind grundsätzlich gegen eine Übernahme der Eigentümerschaft von Sport- und Kulturanlagen durch einen einzelnen Verein wie den TV Wallau. Stattdessen fordern wir, dass die Stadt Eigentümer der Ländcheshalle und des Sportplatzes und der Kreis Eigentümer der Schulturnhalle bleibt. Diese Aussage gilt sowohl bei Erhalt der derzeitigen Sport- und Kulturanlagen als auch im Falle eines Neubaus.

Zur Frage Neubau oder Erhalt der bestehenden Sport- und Kulturanlagen legen wir uns nicht fest. Hier gibt es sowohl innerhalb Wallaus als auch innerhalb der Wählergemeinschaft unterschiedliche Präferenzen. Insbesondere steht die Frage im Raum, was im Interesse Wallaus mit dem eventuell frei werdenden alten Hallenstandort zu geschehen habe und wie er ins dörfliche Gesamtbild integriert wird.

Wären wir verantwortlich am Entscheidungsprozess beteiligt, würde sich unsere Position in jedem Fall durch das Ziel festlegen, mit dem zur Verfügung stehenden Geld die Kapazitäten mindestens zu erhalten. Ein Neubau um des Neubau willens, der in letzter Konsequenz Kapazitäten vernichtet, weil das Geld nicht ausreicht, ist für uns keine Alternative.

 

Wie passen solche Forderungen in die politische Landschaft, wo sich doch in anderen Stadtteilen auch Vereine beteiligen müssen?

Zunächst einmal bezieht sich unsere Position grundsätzlich auch auf andere Stadtteile.

Darüber hinaus halten wir den Sachverhalt in Wallau zusätzlich für unterschiedlich.  In anderen Stadtteilen (Diedenbergen, Lorsbach, Hofheim Kernstadt) haben Sportvereine ihre vereinseigenen Hallen modernisiert oder durch einen Neubau ersetzt. Da es in Wallau keine vereinseigenen Hallen gibt (außer dem Fußballerheim), stellt sich die Situation grundsätzlich anders dar. In Wallau wird eine Privatisierung bislang öffentlicher Gebäude (Ländcheshalle, Schulturnhalle) durch die Stadt vorangetrieben.

Die Größenordnung des vom TV Wallau zu übernehmenden Eigentums übersteigt solche Vorhaben in anderen Stadtteilen um den Faktor Fünf (zwei Millionen Investitionssumme in Hofheim und Lorsbach gegenüber rund zehn Millionen in Wallau) und sprengt die Grenzen der Leistungskraft jedes Sportvereins in Hofheim.

In Langenhain ist der ortsansässige Sportverein zwar formal Eigentümer, aber alle finanziellen Verpflichtungen liegen bei der Stadt. In Hofheim Kernstadt greifen die Sportler in sehr großem Umfang auf öffentliche (kreiseigene) Hallen zurück. In den Stadtteilen Marxheim und Wildsachen hat sich dieses Thema bislang anscheinend noch gar nicht gestellt.

Wie sieht es bei den Sportplätzen aus? Hier sind in Diedenbergen und Lorsbach Sportvereine Eigentümer des Platzes, aber nicht der Sportplatzgebäude geworden. In Marxheim, Hofheim Kernstadt und Wildsachen ist die Stadt komplett Eigentümer der Sportplätze.

Die Referenz der Hofheimer Sportstätten findet sich auf den Seiten der Stadt Hofheim.

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